Kreml-kritische “Nowaja Gaseta” steckt in Finanznöten
Inspektoren überprüfen Bank von Miteigentümer Lebedew
MOSKAU, 21. Februar (AFP) – Die Kreml-kritische Zeitung “Nowaja Gaseta” hat nach eigenen Angaben Finanzprobleme. Grund dafür sei eine “beispiellose Überprüfung” der Bank des Miteigentümers Alexander Lebedew durch 130 Inspektoren, sagte Chefredakteur Dmitri Muratow am Dienstag im Radiosender Moskauer Echo. Lebedews Konten bei der National Reserve Bank (NRB) seien “eingefroren”. Die Auszahlung der Gehälter sei für einen Monat ausgesetzt, doch die Zeitung werde weiter erscheinen. Laut Lebedew erfolgte die Durchsuchung seines Geldinstituts auf Anordnung der russischen Zentralbank.
Der Finanzmagnat Lebedew und der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow halten gemeinsam 49 Prozent der Anteile an der Zeitung. Lebedew sagte der russischen Nachrichtenagentur Interfax, die Anwesenheit von mehr als hundert Inspektoren in seiner Bank mache ihm die Finanzierung der Zeitung unmöglich. Gorbatschow sagte, mit dem Vorgehen gegen die NRB solle die Finanzierung der “Nowaja Gaseta” unterbunden werden.
Am 4. März findet in Russland die Präsidentschaftswahl statt, bei der Regierungschef Wladimir Putin wieder in den Kreml einziehen will. Die “Nowaja Gaseta” und der Sender Moskauer Echo sind für ihre kritische Berichterstattung über Putin bekannt.
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