Strauss-Kahn zu Verhör in Callgirl-Affäre eingetroffen
Ex-IWF-Chef wird zu seiner Teilnahme an Sex-Partys befragt
LILLE, 21. Februar (AFP) – Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ist am Dienstag im nordfranzösischen Lille eingetroffen, wo ihn die Polizei zu der so genannten Callgirl-Affäre verhören will. Es geht um Sex-Partys mit Prostituierten, an denen der frühere Hoffnungsträger der Sozialisten teilgenommen hatte. Strauss-Kahn bestreitet nicht die Teilnahme an den Partys, doch will er nicht gewusst haben, dass es sich um Prostituierte handelte.
Die Justiz ermittelt seit vergangenem Herbst gegen mehrere Hauptverdächtige wegen des Vorwurfs der “bandenmäßigen Zuhälterei” sowie unter anderem wegen der Veruntreuung von Firmengeldern. Laut Zeugenaussagen wurden die Reise- und Hotelkosten sowie die Frauen von zwei Geschäftsmännern bezahlt. Sex-Partys, an denen auch mindestens ein hochrangiger Polizeichef teilgenommen haben soll, fanden in Paris und Washington statt.
Strauss-Kahn, der selbst seit Monaten darauf gedrängt hatte, zu dem Fall befragt zu werden, sollte in Lille zunächst in Polizeigewahrsam genommen werden. Der Polizeigewahrsam könnte nach Angaben aus Justizkreisen theoretisch bis zu 96 Stunden dauern, dürfte den Angaben zufolge aber nicht länger als 48 Stunden angeordnet werden. Sollte ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, dann könnten dem 62-Jährigen unter anderem Beteiligung an der Zuhälterei und Beihilfe zur Veruntreuung von Firmengeldern vorgeworfen werden.
Strauss-Kahn musste im vergangenen Jahr von seinem Posten als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurücktreten, nachdem ihm versuchte Vergewaltigung eines Zimmermädchens in einem New Yorker Hotel vorgeworfen worden war. Das Strafverfahren in den USA wurde später wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens eingestellt.
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