Published On: Tue, Feb 21st, 2012

Was folgt auf einen Zusammenbruch der Ordnung?

Das Spannungspotential und die Kriminalität wachsen im Zuge der Wirtschaftskrise und den drakonischen Sparmaßnahmen durch Regierungen. Die Frage ist, wie Bevölkerungen darauf reagieren wenn die Polizei auf Grund völliger Überlastung nicht mehr auf Notrufe reagieren kann und wenn alles unterhalb von Kapitalverbrechen von vorneherein nicht mehr strafrechtlich verfolgt wird. Werden Bürger Freiheit gegen vermeintliche Sicherheit tauschen wollen und einen autoritären Polizeistaat unterstützen, oder erleben wir eine Renaissance des Selbstschutzes?

Mit dem Lebens- und Bildungsstandard verschlechtern sich auch die moralischen Maßstäbe und umso mehr nimmt die Glorifizierung von Kriminalität in Filmen und Musik bizarre Dimensionen an. Viele gewöhnliche, nichtsnutzige Kriminelle glauben an die naive Fantasie, es irgendwann ihren Vorbildern gleichzutun und reich zu werden oder zumindest auf Dauer ohne richtige Arbeit einen halbwegs komfortablen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Selbst die wenigen, die es zeitweise zu erheblichen Reichtum gebracht hatten wie beispielsweise die “Cocaine Cowboys” Jon Roberts und Mickey Munday aus Miami, hatten auf Dauer keinen Bestand. Ganz im Gegensatz natürlich zu den Geldwäschebanken und der CIA.

Ein weiterer Brandherd sind radikale Ideologien marxistischer und faschistischer Natur, die verstärkt Zulauf erhalten; Opportunisten und Berufsrevolutionäre wittern Morgenluft und rekrutieren Fußsoldaten für eine sozialistische Räterepublik oder eine aristokratisch-militärische Regierung.

Ein Absinken des Lebensstandards verstärkt die Kritik an der Beanspruchung von nationalen Sozialsystemen durch legale und illegale Einwanderer; während bei religiös bzw. rassisch motivierten Organisationen die Eroberermentalität vergangener Zeitalter neu aufflammt. Einflussreiche Organisationen wie La Raza (Die Rasse) beispielsweise forcieren den “Plan von San Diego”: Gewaltsam sollen mehrere Südstaaten der USA den “Gringos” entrissen und alle dort lebenden Weißen deportiert oder gleich ermordet werden.

Es wächst überall zudem die Verärgerung über die verloren gegangenen Altersvorsorgen, Häuser, Arbeitsplätze und Unternehmen, sowie die Verärgerung über die abgewerteten Ersparnisse in Papierwährungenn und fehlende Zukunftsperspektiven. In Deutschland, Frankreich, den Niederlandemn und zahllosen weiteren Ländern pflegen die Nachrichtendienste seit langem Listen mit den wichtigsten Brandherden. Das Satellitengesteuerte Warnsystem (SatWaS) der Bundesregierung soll im inneren Krisenfall über große Presseagenturen, den staatlichen Rundfunk und über Lautsprecher die “psychologische Steuerung von Menschenansammlungen” ermöglichen.

Polizei und Selbstschutz

In den USA und der EU droht das Abgleiten ins Chaos. Wenn schließlich die Kriminalität für die Bevölkerung unerträglich wird, folgen die Rufe nach der Erlösung von den unzumutbaren Zuständen und aus dem Chaos soll eine “Neue Weltordnung” entstehen, komplett mit lückenloser Überwachung, implantierbaren Mikrochips und CO2-Kontingenten für jeden Bürger, militärischer Bekämpfung jeglicher “Aufstände” und Proteste, einem Internet wie in China, legalisierter Folter sowie verbindlichen staatlichen Arbeits- und Militärdiensten.

Man zahlt immer mehr und mehr Steuern, bekommt dafür inzwischen aber nicht einmal grundsätzliche Leistungen, wie zum Beispiel einen Schutz durch die Polizei. Im Zuge von Sparmaßnahmen gibt es Entlassungen bei Polizeieinheiten und eine angemessene Ausrüstung fehlt in vielen Fällen. Regelmäßig gibt die Politik die Linie vor, Einnahmen zu generieren indem die bereits übermäßig steuerlich belasteten Normalbürger für alle möglichen und unmöglichen Verstöße zusätzlich ausgenommen werden, während gleichzeitig eine wirksame Bekämpfung der Kriminalität, insbesondere der organisierten Kriminalität, nicht stattfindet.

Der Polizeichef Anthony Batts im amerikanischen Oakland hat 44 Situationen aufgelistet, in denen seine Polizeibeamten nicht mehr auf Notrufe reagieren, falls geplante Entlassungen durchgesetzt werden. Wenn man in Oakland lebt und Opfer eines der folgenden Verbrechen wird, solle man der Polizei online eine Meldung senden: Einbruch, Diebstahl, schwerer Diebstahl, Abladen von Müll, Besitz von Falschgeld, Unterschlagung, Erpressung etc.

Amerikanische Gerichte haben durchweg geurteilt, dass die Polizei nicht zum Schutz von Individuen verpflichtet sei, sondern nur zum Schutz der Allgemeinheit. Im Fall Warren gegen D.C. Verlautbarte das Gericht:

“Gerichte haben ohne Ausnahme geschlussfolgert, dass wenn eine Stadtverwaltung oder eine andere Regierungsinstitution Polizeidienste bereitstellt, sie eine Pflicht gegenüber der Öffentlichkeit allgemein übernimmt und nicht gegenüber individuellen Mitgliedern der Gemeinschaft.”

Der ehemalige Justizminister von Florida namens Jim Smith erklärte Legislatoren in Florida, dass die Polizei nur rund 200.000 von 700.000 Hilferufen an die Behörde in Dade County beantwortet hatte. Auf die Frage, warum so viele Bürger in Dade County Schusswaffen kaufen, antwortete Smith:

“Die sollten das verdammtnochmal tun, die müssen sich schützen.”

Das Justizministerium hielt fest, dass im Jahr 1989 die Polizei bei insgesamt 168.881 Gewaltverbrechen nicht innerhalb von einer Stunde reagiert hatte. Im Jahr 1996 befanden sich landesweit insgesamt rund 150.000 Polizeibeamte zu jedem gegebenen Zeitpunkt im Dienst um eine Bevölkerung von mehr als 260 Millionen Amerikanern zu schützen. Dies entspricht einem Verhältnis von mehr als 1700 Bürger pro Polizeibeamten.

Befürworter des individuellen Rechts auf Waffenbesitz kritisieren, dass die Massenmedien Fälle, in denen Bürger erfolgreich einen Angreifer oder Amokläufer abwehren, kaum berichten und im Gegenzug bei Tragödien das Versagen der Polizei und die Entwaffnung der Opfer unter den Tisch fallen lassen. Thomas Jefferson argumentierte mit einer sachlichen Logik, die sich in den folgenden Jahrhunderten bewahrheiten würde:

“Gesetze die das Tragen von Waffen verbieten… entwaffnen nur jene die weder geneigt noch gewillt sind, Verbrechen zu begehen….solche Gesetze machen Dinge schlimmer für die Angegriffenen und besser für die Angreifer; sie dienen eher dazu, Morde zu fördern als sie zu verhindern; denn ein unbewaffneter Mann kann mit größerem Erfolg angegriffen werden als ein bewaffneter Mann.”

Thomas Jefferson, Commonplace Book, 1774-1776

13 Studien jüngeren Datums über die Anzahl der Fälle pro Jahr, in denen amerikanische Bürger Schusswaffen zu dem Zweck der Verteidigung einsetzen, ergaben Zahlen zwischen 800.000 und 2.5 Millionen. Gary Kleck, ein Kriminologe der Florida State University, führte auf Grund seiner Unzufriedenheit mit den zuvor angewandten Umfragemethoden im Jahr 1993 seine eigene Studie durch, welche zu einem Ergebnis von rund 2 Millionen Fälle pro Jahr führte.

Das Justizministerium ließ im Folgejahr eine weitere Studie mit kleineren Prüfgruppen durchführen und schätzte 1.5 Millionen Fälle. Einer der vermuteten Hauptgründe für die Diskrepanz: Da Bürger die Sorge um ihr Wohlergehen oftmals höher bewerten als die strikte Befolgung sämtlicher Waffengesetze, wollen sich viele bei einer Umfrage der Regierung nicht selbst belasten und unterschlagen Fälle, in denen sie sich erfolgreich zur Wehr gesetzt hatten. Kleck analysierte Daten des  National Crime Victimization Survey des Justizministeriums und schlussfolgerte:

“Allgemein sind Maßnahmen zur Selbstverteidigung aller Arten effektiv; im Bezug auf die Reduzierung des Risikos des Besitzverlustes bei Raubüberfällen und Einbruchdiebstählen mit direkten Konfrontationen, verglichen mit Tatenlosigkeit oder Kooperation mit dem Täter. Die effektivste Form der Selbstverteidigung ist der Gebrauch einer Schusswaffe. Bei Raubüberfällen produzierten jene Selbstverteidigungsmaßnahmen die niedrigsten Verlustraten, bei denen die Opfer den Täter mit einer Schusswaffe angriffen und bei denen die Opfer den Täter mit einer Schusswaffe bedrohten. Bei Einbruchdiebstählen mit direkter Konfrontation produzierten Angriffe mit einer Schusswaffe die zweitniedrigste Verlustrate aus sechzehn Selbstverteidigungsmaßnahmen, nur noch übertroffen von einer anderen Art des bewaffneten Selbstschutzes: Die Bedrohung des Täters mit einer anderen Waffe als eine Schusswaffe.”

Armed: New Perspectives on Gun Control, Kleck, 2001

Asymmetrie

Ein ehemaliger Soldat wurde zu einem beispielhaften Opfer drakonischer Waffengesetze in Großbritannien nachdem er eine Schusswaffe, die er in seinem Garten gefunden hatte, der örtlichen Polizeistation übergab und dafür verhaftet und von einer Jury verurteilt wurde. Ihn erwarten 5 Jahre Haft, da die Waffenkontrollgesetze vorschreiben, dass ein Bürger eine Schusswaffe nicht einmal anfassen kann ohne des „Besitzes einer Schusswaffe“ angeklagt zu werden. Clark entdeckte die Waffe in einem Müllbeutel im hinteren Teil seines Gartens, der an öffentliche Felder grenzt und rief Kriminalhauptkommissar Adrian Harper an, um ihn wissen zu lassen dass er die Polizeistation aufsuchen werde.

Als Clark die Waffe aus dem Müllbeutel entfernte und sie auf den Tisch legte, wurde er augenblicklich wegen Besitzes einer Schusswaffe verhaftet. Obwohl die Polizei von Surrey ein Flugblatt verteilte, in dem sie die Menschen dazu ermutigte „gefundene Schusswaffen zu melden“, sagte der Staatsanwalt zu Clark, dass seine ehrlichen Absichten irrelevant seien und dass der Besitz einer Schusswaffe eine Anklage wegen „Gefährdungshaftung“ nach sich ziehe.

Das britische Rechtssystem ist bewusst so konstruiert, dass es sich wie ein Vampir von den gesetzestreuen Mitgliedern der Mittelschicht ernährt, während die wahren Verbrecher verhätschelt und begnadigt werden. In den meisten Städten Großbritanniens sind die wohlhabenderen Gegenden voll mit Polizisten, die mit Geschwindigkeitsmessgeräten Jagd auf die britischen Steuerzahler machen. Jedoch ist die Polizei in den schlimmsten Slumgegenden, die regelmäßig die Verbrechensstatistiken anführen, nirgends zu sehen, und weigert sich sogar manche Gegenden überhaupt zu betreten.

In den letzten 15 Jahren gewöhnten wir uns an die alltäglichen Fälle, bei denen gesetzestreue Bürger einen Angriff von einem Verbrecher abzuwehren versuchen oder ihr Heim gegen einen Raubüberfall verteidigt haben, nur um für den Angriff auf einen Kriminellen angeklagt zu werden. Dieses System ist bewusst verrückt, verwirrend und kafkaesk und hat die Absicht, Angst unter den gesetzestreuen Bürger zu erzeugen, während die eigentlichen Verbrecher ungehindert ihrem Geschäft nachgehen. Dies ist ein Schlüsselelement für die Zerstörung einer Gesellschaft.

Man muss einen Kader an jungen Burschen heranzüchten, der die Gesellschaft terrorisiert um jene dann dazu zu bringen, den Staat nach mehr Polizeistaatsmaßnahmen anzuflehen. Allerdings werden diese neuen Machterweiterungen, wenn sie erst einmal eingeführt sind, ausschließlich gegen den gesetzestreuen Teil der Bevölkerung angewendet, der ursprünglich nach ihnen verlangt hatte. Dies lässt den wahren Verbrechern freien Lauf, ihren Terror fortzusetzen und der ganze Prozess wiederholt sich von neuem – der perfekte Cocktail für eine Tyrannei.

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Displaying 10 Comments
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  1. Dennis says:

    @Guido, niemand kann dich beschützen nur du selbst! Stellen wir uns nur mal vor, was passiert wenn der Euro wirklich krachen geht. Dafür müssen wir 90 Jahre in die Vergangenheit, die Menschen damals hatte viel mehr Land wie die Menschen heute, sie hatten meisten auch Tiere Hühner und so ne… In dem Dorf wo ich wohne, gibt es keine Schweine mehr. Es gibt auch kaum noch Kühe. Aber Haufenweise Pferde. Damit lässt sich anscheint mehr Geld verdienen, denn wo jetzt die Pferde sind waren früher immer Kühe. Die meisten bauen garnichts mehr an oder nurnoch Mais für Biogas oder so… Wie sollen alle Menschen versorgt werden? Wie man schon in England gesehen hat werden die Menschen sehr sehr schnell alles geplündert haben. Wer wird denn die Menschenmasse aufhalt? Die Polizei? Oder die Bundeswehr? Das werden Millionen sein in den Städten!!! Da kann niemand mehr helfen ausser du dir selber!

  2. Freigeist says:

    @Guido

    Die Polizei kann dich nicht beschützen. Nie und nimmer. Wenn ein Verbrechen verübt wird trifft die Polizei in der Regel danach ein, nachdem sie gerufen wurde. Meist bleibt dann nurnoch den Notizzettel auszupracken oder den Tatort abzusperren.

  3. Guido says:

    Alex, Du sagst sehr häufig, dass die Polizei uns nicht beschützen KANN. Sie könnte es sehr wohl, wenn Teile der staatlichen Strukturen nicht selbst kriminell währen bzw. mit Kriminellen gemeinsame Sache machen würden. Wäre da nicht das Wort WILL eher angebracht?

  4. Sat Anlage says:

    Danke sehr an den Webmaster.

    Gruss Eike

  5. Martin says:

    Ich habe neulich noch einen Bericht im TV gesehen,wo über eine üble Gegend in England berichtet wurde.Dort weiß man auch das man mit der Pistole auf der Straße den größten Ärger bekommen kann,deshalb halten die Kleinkriminellen auf der Straße sich jetzt alle Kampfhunde.Wenn man den Köter dann auf jemanden hetzt ist die Strafe minmal wie dort gesagt wurde.

  6. Peter says:

    Die Überschrift dieses Artikels empfinde ich ein wenig extrem. Als gäb es nur zwei Lösungen: bewaffnete Selbstjustiz oder faschistischer Staatschutz, erinnert mich an Amplituden. Seltsam das in den Artikel garnicht auf die Frage der Überschrift eingegangen wird. Stattdesen wird die finanzielle Not der Polizei erwähnt und Zitate aus dem 18.Jhd ausgepackt wo ein “geistreicher” Mann den besitz von Waffen rechtfertigt. Das ganze wird vermischt mit juristische Fehlurteilen (ohne Quelleangabe) aus den USA und UK. Die Art und Weise wie hier in diesem Artikel mit Informationen umgegangen wird, erinnert mich an; nunja wie soll ich es nennen … vielleicht Propaganda. Gute Website, weiter so.

  7. henry says:

    wahrhaftig erschreckend

  8. Heftige Schei.. !!
    Erinnert an die Warnung von Konrad Freiberg im Juni 2009, in einen Kommentar für die GdP-Zeitschrift “Deutsche Polizei” über die bedrohliche Spannung im Land.

    *ZITAT*
    (…)
    Schon jetzt, so der GdP-Vorsitzende, fahre die Polizei auf den letzten Reserven. Freiberg: „Zusätzliche Einsparungen zur Konsolidierung der Haushalte werden mit verschärften sozialen Spannungen zusammentreffen. Das ist ein explosi-ves Gemisch für die innere Sicherheit in unserem Land.“
    (…)
    Unverantwortlich!!
    Der Eindruck wird aufrechterhalten: „Alles wird gut“!
    Wie auf der Titanic: Bis zum Schluss spielte die Musik!”
    (…)
    *ZITATENDE*
    http://www.gdp.de/gdp/gdp.nsf/id/DE_Zur_Finanz-_und_Wirtschaftskrise_Was_kommt_auf_uns_zu

    hier übrigends mal ein Artikel mit der Thematik aus dem IK Artikel…

    *ZITAT*
    Suffer These Crimes in Oakland? Don’t Call the Cops
    (…)
    Here’s a partial list:

    •burglary
    •theft
    •embezzlement
    •grand theft
    •grand theft:dog
    •identity theft
    •false information to peace officer
    •required to register as sex or arson offender
    •dump waste or offensive matter
    •discard appliance with lock
    •loud music
    •possess forged notes
    •pass fictitious check
    •obtain money by false voucher
    •fraudulent use of access cards
    •stolen license plate
    •embezzlement by an employee (over $ 400)
    •extortion
    •attempted extortion
    •false personification of other
    •injure telephone/ power line
    •interfere with power line
    •unauthorized cable tv connection
    •vandalism
    •administer/expose poison to another’s

    Negotiations are going on at Oakland City Hall in the mayor’s office.

    Batts said the 80 officers slated to be laid off – mostly new officers – are “pretty sad and pretty depressed,” and those feelings are shared by the Police Department as a whole.
    (…)
    *ZITATENDE*
    http://www.nbcbayarea.com/news/local-beat/Suffer-These-Crimes-in-Oakland-Dont-Call-the-Cops-98266509.html

    Peacen Miesen Reason 4.0
    Guantana-MOHR a.k.a Guerilla

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