Politik der “Global Governance” will EU-Armee
Archivfoto: Eurohawk
Alexander Benesch
Nationale Armeen seien laut SPD-Strategiepapier “Relikte des vergangenen Jahrhunderts”
Zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz hat Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) stärkere gemeinsame europäische Anstrengungen in der Verteidigungspolitik gefordert. Europa müsse in der Lage sein, “auch militärisch Verantwortung für sich selbst zu übernehmen”.
Schon längst übernehme Deutschland mehr internationale Verantwortung, als es manchen Bürgern zu vermitteln sei. So seien seit 1991 “mehr als 300.000 deutsche Soldaten” im Auslandseinsatz gewesen. US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat Europa währenddessen eine dauerhafte strategische Partnerschaft zugesichert. Auch wenn die neue strategische Ausrichtung der USA eine Schwerpunktverlagerung auf den asiatisch-pazifischen Raum und den Nahen Osten vorsehe, bleibe Europa “der Sicherheitspartner unserer Wahl für Militäreinsätze und Diplomatie in aller Welt”, sagte Panetta am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Washington werde eine “robuste” Militärpräsenz in Europa aufrechterhalten, die größer sei als an jedem anderen Ort der Welt.
Die SPD brachte 2007 bereits den beabsichtigten Fahrplan zu Papier; der Titel des Strategiedokuments lautete “Auf dem Weg zu einer europäischen Armee”. Es stammt von den Mitgliedern der Bundestags-Arbeitsgruppen der SPD über Europa und Verteidigungsfragen Hans-Peter Bartels, Jörn Thießen, Ursula Mogg, Steffen Reiche, Andreas Weigel, Michael Roth, Rainer Arnold, Gerd Höfer und Petra Heß.
Die Deutschen seien umgeben von “Partnern”, das “klassische Szenario einer nationalen Verteidigung, eines Großangriffs auf Europa mit Armeen, Panzern und Kampfbomberflotten, ist unwahrscheinlich geworden”. Nationale Armeen seien schlicht “Relikte des vergangenen Jahrhunderts”.
Die neuen Feinde wären die “strategische Bedrohung durch den internationalen Terrorismus”, die “Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und Raketentechnologie”, die “Instabilität die durch regionale Konflikte hervorgerufen wird sowie die sogenannten gescheiterten Staaten” und die “Gefahren die aus dem organisierten Verbrechen resultieren”.
Die Definition des Aufgabenbereichs der EU-Armee hätte wohl kaum umfassender ausfallen können: “Falls ein Mitgliedsstaat auf seinem Territorium das Opfer einer bewaffneten Aggression wird, haben die anderen Mitgliedsstaaten die Pflicht, alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen um zu helfen.”
Nach den Terroranschlägen von Madrid im Jahr 2004, bei denen wie so oft die Geheimdienste mitmischten, hatte man genügend Anlass um die sogenannte “Solidaritätsklausel” zum EU-Verfassungsvertrag hinzuzufügen:
“(1) Die Union und ihre Mitgliedsstaaten sollen gemeinsam im Geiste der Solidarität handeln falls ein Mitglidsstaat das Ziel eines Terroranschlages oder das Opfer einer natürlichen oder durch Menschenhand geschaffenen Katastrophe wird. Die Union soll alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente mobilisieren, inklusive der den Mitgliedsstaaten zur Verfügung gestellten militärischen Ressourcen, um
(a) die terroristische Bedrohung in dem Gebiet der Mitgliedsstaaten zu verhindern, demokratische Institutionen und die Zivilbevölkerung vor einem Terroranschlag zu schützen, einem Mitgliedsstaat auf Bitte dessen politischer Führung zu assistieren im Falle eines Terroranschlags
(b)einem Mitgliedsstaat auf Bitte dessen politischer Führung zu assistieren im Falle einer natürlichen oder von Menschenhand geschaffenen Katastrophe
(Article I-43)
Al Kaida oder die bloße Bedrohung durch eine reale oder vermutete Gruppe reiche also bereits aus um ein breites Spektrum an “präventiven” Maßnahme zu legitimieren. Die Formulierungen würden es möglich machen, Truppen aus jedem EU-Einzelstaat in einem anderen Einzelstaat einzusetzen. Die meisten Deutschen verhaften, foltern oder töten eher ungern andere Deutsche, deswegen kann man theoretisch die deutschen Truppen eben woandershin schicken und lässt andere Soldaten hier aufmarschieren.
Die “Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik Europas” soll sich “nicht auf die militärische Sphäre beschränken”, sondern auch “zivile Komponenten” beinhalten. Die “Mixtur von zivilen und militärischen Ressourcen, zusammen mit der Überzeugung dass derzeitige Bedrohungen nicht ausschließlich militärischer Natur sind, (…) ist ein Markenzeichen europäischer Politik”.
Es wird die Schaffung einer “Europäischen Lufttransportkontrolle” gefordert, ein “echter Rat der Verteidigungsminister”, eine elitäre “Europäische Militärakademie oder -Universität” zur Gleichschaltung der “Ausbildungs- und Trainingsstandards für zukünftiges Führungspersonal in den europäischen Streitkräften”, ein “europäisches Verteidigungsministerium” und vieles mehr.
Man hat auch schon geplant, wie man dem zu erwartenden Unwillen in der Bevölkerung gegenüber den Plänen beikommt: Man lässt zuerst nur ein paar EU-Staaten einer “Europäischen Sicherheits- und Verteidigungsunion” beitreten und zieht den Rest dann nach.
(Alle Zitate des SPD-Strategiepapiers stammen aus der übersetzten, englischen Fassung)
Weitere Textquelle: AFP












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[...] anderen Mitgliedsstaaten die Pflicht, alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen um zu helfen.” Quelle und mehr…. Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. Dieser Beitrag wurde unter Europäische [...]
@ 911 Pirat – Weshalb sind die “Thesen” daneben und sachlich falsch? Im ersten Video, von dem ich den Link gepostet habe, weise ich eindeutig nach, dass die Vereinten Nationen kommunistisch sind. Du kannst aber auch selbst einfach die UN-Charta und die allg. Erkl. der Menschenrechte mit den alten Sowjetverfassungen und dem kommunistischen Manifest vergleichen.
Habe mir das Lied gerade angehört, weiß aber nicht inwiefern dort bewiesen wird, dass die “Aktion von der ich schreibe” faschistisch und nicht kommunistisch ist. Kannst du den Unterschied zwischen Kommunismus und Faschismus nennen?
Fühl dich bitte nicht angegriffen, aber bevor du solche Sachen verbreitest, solltest du dich zumindest auf das Minimum informieren, sprich: das kommunistische Manifest gelesen zu haben sollte schon eine Grundvorraussetzung dafür sein, über Kommunismus zu sprechen.
Dein anderer Gedanke hört sich zwar ganz schön an, aber ich glaube kaum, dass wir uns durch die Gandhi-Methode retten können…Vielleicht hätten es die Menschen, die unter Stalin gestorben sind, auch lieber mit einem Hungerstreik versuchen sollen?!?
zum totalen weltkrieg wird es nur kommen wenn wir den nicht friedlich verhindern da nie.also immer weiter aufklären und optimistisch bleiben,weis selbst das das schwer ist.
hallo nico b.gebe dir vollkommen recht.was für ein scheinheiliges geheuchel.als ob es denen um die menschenrechte geht.pah.nur das nmit deinen kommunismus thesen finde ich etwas daneben und sachlich falsch.hör dier mal das lied infokrieger von kilez more an dan weit du das das keine kommunistische sondern eine faschisstische aktion ist über die du schreibst.
Danke für den Artikel! Von alleine wäre ich vermutlich nicht auf das Strategiepapier gestoßen. – http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_datei/0,,8136,00.pdf
Die EU-Armee soll offensichtlich der europäische Flügel der kommunistischen UNO-”Friedenstruppen” sein. Daraus wird in dem Papier kaum ein Geheimnis gemacht.
Die Armee wird bzw. wurde allerdings nicht erst gefordert – “Mittlerweile hat die EU erste eigene Militäreinsätze erfolgreich durchgeführt.”
Zwar nicht gerade etwas neues, aber eine ‘nette’ Aussage: “Die Abgabe von Souveränität der EU-Mitgliedsstaaten und Übertragung von Befugnissen auf eine demokratisch legitimierte europäische Ebene muss diskutiert werden. Streitkräfte sind ein starker Ausdruck staatlicher Souveränität. Die EU ist kein Staat, sondern etwas völlig Neues, zur Zeit eine Art Staatenbund mit eigenem Völkerrechtsstatus. Wie wird und wie muss die EU aussehen, damit gemeinsame Streitkräfte möglich werden? Auch die nationalen Bedingungen der Abgabe von Souveränität müssen geregelt werden.”
Dann noch ein beruhigender Abschnitt, der zitiert wird: “Sie leistet einen Beitrag zu Frieden, Sicherheit, globaler nachhaltiger Entwicklung, Solidarität und gegenseitiger Achtung unter den Völkern, zu freiem und gerechtem Handel, zur Beseitigung der Armut und zum Schutz der Menschenrechte, insbesondere der Rechte des Kindes, sowie zur strikten Einhaltung und Weiterentwicklung des Völkerrechts, insbesondere zur Wahrung der Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen.“
Nein, was für nette Worte. Derjenige, der diesen Satz konstruiert hat, sollte den KarlMarx-Ehrenpreis bekommen, dafür, dass er soviele Buzzwords für Kommunismus in einem einzigen Satz untergebracht hat.
Etwas Information zu den genannten Begriffen “Frieden, Sicherheit, Menschen- und Kinderrechte”:
http://www.youtube.com/watch?v=rMoQgOuGmaw&feature=relmfu
http://www.youtube.com/watch?v=6gHAuLzMZYQ&feature=relmfu
Ja, so ist es und es wird auch so kommen…
Die EU wird eine “eigene” Armee aufstellen, aus 10 Mitgliedsstaaten…
Diese Armee wird dann zu einem späteren Zeitpunkt die USA besiegen, nachdem diese einen grossen Krieg mit dem Osten angezettelt haben und wir uns deshalb auf was gefasst machen müssen!!
Es kommt wie es kommen muss: zum totalen Weltkrieg!