Staatsangestellte sollen gegen Geld für Putin demonstrieren

Unterstützer-Demo soll Präsidentschaftkandidat den Rücken stärken
MOSKAU, 3. Februar (AFP) – Vor einer geplanten Großdemonstration gegen Ministerpräsident Wladimir Putin haben Angestellte staatlicher Einrichtungen nach eigenen Angaben Geldangebote für die Teilnahme an einer Gegen-Demo bekommen. Eine Krankenschwester aus dem Moskauer Vorort Selenograd sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie habe 3000 Rubel (etwa 75 Euro) geboten bekommen, wenn sie am Samstag zu der Pro-Regierungs-Kundgebung ginge. Mitarbeiter von Staatsbetrieben und Behörden berichteten im Internet über ähnliche Angebote oder gar Entlassungsdrohungen.
Die Krankenschwester sagte, 15 ihrer Kolleginnen hätten zugesagt, zu der Pro-Putin-Demonstration am Samstagmorgen zu gehen. “Ich selbst werde nicht gehen”, sagte sie. Erstens müsse sie ohnehin am Samstag arbeiten und zudem wolle sie diese Kundgebung nicht unterstützen. Ihren Angaben zufolge wurde kein Druck auf die Krankenschwestern ausgeübt, doch viele hätten eingewilligt, um sich etwas dazu zu verdienen. Eine Krankenschwester der betroffenen Klinik verdient umgerechnet rund 500 Euro im Monat.
Auf der Internetseite der Wahlbeobachtergruppe Golos gingen ähnliche anonyme Meldungen ein. So sei bei der Post in Moskau angeordnet worden, 3500 Mitarbeiter zur Pro-Putin-Demo zu schicken. Die Moskauer Rentenkasse soll Anweisung erhalten haben, zwölf Prozent ihres Personals zu der Versammlung zu entsenden.
Angestellte des Moskauer Wasserwerke bekamen Berichten zufolge pro Kopf 5000 Rubel (etwa 125 Euro) oder Urlaubstage für ihre Teilnahme angeboten. Bei einer eigens eingerichteten Hotline gingen seit Mittwoch rund 140 Anrufe von Lehrern ein, die um ihren Job fürchteten und berichteten, ihnen sei mit Kündigung gedroht worden, wenn sie nicht zu der Demo gingen.
Ein Sprecher der Pro-Putin-Demo wies die Vorwürfe gegenüber AFP zurück. Die Organisatoren hätten keinerlei Anweisungen an Unternehmen erteilt, Mitarbeiter gegen deren Willen zu der Demo zu schicken, sagte Alexander Michailow. Die Veranstalter erwarten zu der Demonstration am Samstag rund 50.000 Teilnehmer. Die Opposition rechnet mit ebensovielen Menschen bei ihrem Protest gegen die Regierung und Präsidentschaftskandidat Putin. Im Dezember waren in Russland zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen mutmaßliche Wahlfälschungen bei der Parlamentswahl und gegen Putin zu demonstrieren.
tk/gt











Bezahlte Demonstranten sind doch ein idealer Weg um den Leistungsträgern den ihnen zustehenden Einfluss in der Gesellschaft zu verschaffen.
Oder sollen etwa nur staatlich Alimentierte H4-ler auf die Straße gehen?
Netter Versuch Russland zu destabilisiern. Viele Internetblogger haben aber mittlerweile die NATO Propaganda durchschaut. Der s.g. arabische Frühling wurde auch durch den Westen angezettelt.