Published On: Mon, Jan 16th, 2012

Zeitung: Mindestens fünf V-Leute beim “Thüringer Heimatschutz”

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Angeblich mehr Spitzel im Umfeld von Neonazis als bisher bekannt

BERLIN, 16. Januar (AFP) – Im Umfeld des 1998 abgetauchten Neonazi-Trios Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hat es einem Zeitungsbericht zufolge mehr staatliche Spitzel gegeben als bislang bekannt. Nach Informationen der “Berliner Zeitung” (Montagsausgabe) führten Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern mindestens fünf V-Leute und Informanten in der Neonazi-Vereinigung “Thüringer Heimatschutz” (THS), der auch die späteren mutmaßlichen Rechtsterroristen angehörten.

Bislang war dem Bericht zufolge lediglich bekannt, dass mit Tino Brandt der Anführer des THS zwischen 1994 und 2001 mit dem Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) zusammengearbeitet hatte. Neben Brandt müsse das LfV aber eine weitere Quelle im THS geführt haben, berichtete die Zeitung. Diesen Schluss lege ein Verfassungsschutzbericht nahe. Darin heiße es, ein Kontaktmann des Trios habe im April 2000 “die Vertrauensperson des LfV Thüringen” gebeten, einen Kontakt zu einer der Familien der Untergetauchten herzustellen. Brandt bestritt demnach auf Anfrage, dass er diese “Vertrauensperson” gewesen sei.

Neben dem LfV sollen offenbar auch mindestens drei Bundesbehörden eigene Quellen im THS gehabt haben, hieß es weiter in dem Bericht. So lägen dem Thüringer Innenministerium Informationen vor, wonach das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) einen eigenen V-Mann im THS geführt haben solle. Entsprechende Erkenntnisse hatte das Erfurter LfV nach Informationen der Zeitung dem Thüringer Innenminister Jörg Geibert (CDU) übermittelt. Über die Identität dieses V-Manns und die Dauer seiner Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst sei noch nichts bekannt.

Der Zeitung zufolge ist hingegen durch einen BfV-Ermittlungsbericht offengelegt, dass auch der Militärische Abschirmdienst (MAD) eine “Vertrauensperson” im THS führte. Bereits vor einem Monat war demnach bekannt geworden, dass eine V-Person des MAD kurz nach dem Abtauchen des Neonazi-Trios 1998 dessen neuen Aufenthaltsort an eine Außenstelle des Dienstes in Leipzig gemeldet hatte.

Neben MAD und BfV soll laut “Berliner Zeitung” zudem eine dritte Bundesbehörde einen Informanten im THS geführt haben. Diese Person solle zumindest zeitweise sogar einen direkten Zugang zu Zschäpe gehabt haben. Darüber gebe es angeblich einen Vermerk im Thüringer Landeskriminalamt.

Die inhaftierte Zschäpe soll gemeinsam mit den im vergangenen November tot aufgefundenen Mundlos und Böhnhardt nach dem Abtauchen des Trios vor 14 Jahren die rechtsterroristische Gruppe “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) gegründet haben. Die jahrelang unentdeckt gebliebene Zelle soll zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin ermordet haben. Außerdem werden der Gruppe zwei Sprengstoffanschläge in Köln 2001 und 2004 mit insgesamt 23 Verletzten sowie eine Serie von Banküberfällen zur Last gelegt. Die Ermittler verfolgten im Hinblick auf die “Bosporus-Mordserie” auch Spuren, die auf mögliche Täter aus dem türkischen Mafia-Millieu hindeuten. Die genauen Tathergänge sind trotz eines der NSU zugeschriebenen Bekennervideos noch unklar.

rh/ul

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Displaying 7 Comments
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  1. Ja, ja,Y82 ich wollte naseweis hinzufügen: bei NPD wars genauso – aber Dein Kommentar impliziert das bereits

  2. yoda82 says:

    gemeint ist natrl “das” diese…

  3. Sicherheitsdienst says:

    “…am schluss kommt noch heraus der diese Rechtsradikalen Vereine ausschließlich aus V-Leuten besteht”

    Und wo der MAD B. arbeitet.

  4. ah – hatte nicht gesehen, dass Du im Plural geschrieben hattest

  5. Yoda82 – wie auch die NPD

  6. Yoda82 says:

    …am schluss kommt noch heraus der diese Rechtsradikalen Vereine ausschließlich aus V-Leuten besteht :D

  7. [...] Quelle und mehr… Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, Europäische Union, Geschichte, Krieg und Konflikte, Terror, Wissen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. ← Emir von Katar fordert Einsatz ausländischer Streitkräfte [...]

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