Published On: Fri, Dec 16th, 2011

Politbarometer: Rot-Grün mit klarer Mehrheit bei der Sonntagsfrage

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65 Prozent bescheinigen Merkel eher gute Arbeit in Euro-Krise

MAINZ, 16. Dezember (AFP) – Bei einer Bundestagswahl am nächsten Sonntag könnte sich Rot-Grün gute Chancen auf eine klare Mehrheit ausrechnen. In der Sonntagsfrage legten SPD und Grüne um jeweils einen Punkt auf 31 beziehungsweise 17 Prozent zu, wie das am Freitag veröffentlichte ZDF-Politbarometer ergab. Die Union gab um einen Punkt auf 34 Prozent nach, die Linke blieb bei sechs Prozent. FDP und Piratenpartei würden hingegen mit jeweils vier Prozent den Einzug ins Parlament verpassen. Damit hätten SPD und Grüne in einem Parlament ohne Liberale und Piraten eine eindeutige Mehrheit.

Allerdings trauen die Bürger einer rot-grünen Koalition nicht mehr zu als dem derzeitigen schwarz-gelben Bündnis: 21 Prozent der Befragten zeigten sich überzeugt, Rot-Grün werde eine bessere Politik machen, 22 Prozent glaubten das Gegenteil, keinen Unterschied zwischen beiden Lagern sahen 50 Prozent. Äußerst kritisch bewerteten die Befragten die Arbeit von FDP-Chef Philipp Rösler: Nur 22 Prozent waren der Auffassung, dass die FDP von Rösler gut geführt wird, 61 Prozent sahen das nicht so.

In der Liste der zehn beliebtesten Politiker konnte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erstmals seit April 2010 wieder Platz eins einnehmen – die Regierungschefin liegt jetzt knapp vor dem Ex-Finanzminister Peer Steinbrück (SPD). Das hohe Ansehen Merkels geht vor allem auf eine zunehmend positive Beurteilung ihrer Arbeit in der Euro-Krise zurück: Dabei macht Merkel nach Einschätzung von mittlerweile 65 Prozent der Befragten eine eher gute Arbeit.
Zugleich finden die auf dem EU-Gipfel beschlossenen Maßnahmen deutliche Unterstützung: So hielten es 91 Prozent für gut, dass die Einhaltung der Schuldengrenzen der einzelnen Mitgliedsländer stärker kontrolliert wird, 84 Prozent waren für eine härtere Bestrafung der Defizitsünder.

Das zu Ende gehende Jahr beurteilten die meisten Befragten für sich persönlich ausgesprochen positiv: 69 Prozent gaben an, 2011 sei für sie eher ein gutes Jahr gewesen. Die Erwartungen an das kommende Jahr fielen im Vorjahresvergleich aber eher gedämpft aus: Nur noch 26 Prozent (minus sechs Punkte) meinten, dass das nächste Jahr für sie eher besser wird, 61 Prozent (plus zwei) gingen eher von wenig Veränderungen aus, und elf Prozent (plus vier) erwarteten, dass 2012 für sie eher ein schlechteres Jahr wird.

rh/ul

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