Standard and Poor’s rechnet mit Fortbestehen des Euros, mehr Zentralismus
Ratingagentur: Euro-Raum muss “solidarischer” werden
PARIS, 8. Dezember – Die US-Ratingagentur Standard and Poor’s (S&P) geht nicht von einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone aus. Ihr Chefökonom für Europa, Jean-Michel Six, sagte am Donnerstag in Paris: “Das ist gar kein Szenario, das wir derzeit in Erwägung ziehen.” Alle Prognosen für 2012 gingen von einem Bestand der Euro-Zone aus. Demnach wird entweder ein Wiederanspringen der Konjunktur nach einer kurzen Rezession oder eine heftigere Rezession erwartet. Die jeweilige Entwicklung hängt laut Six stark vom Ergebnis des EU-Gipfels zur Euro-Krise am Donnerstag und Freitag ab.
“Wir haben keine spezielle Ansicht, was beschlossen werden sollte”, versicherte Six mit Blick auf den EU-Gipfel. Klar sei aber, dass die Euro-Zone “effizienter” funktionieren müsse, auch “homogener” und “solidarischer”. Diese Solidarität zwischen den Staaten fehle derzeit und nur sie würde es der Europäischen Zentralbank (EZB) erlauben, “wirklich zu intervenieren”. Die EZB stecke in einem Dilemma, da sie sich zwar des Rezessionsrisikos bewusst sei, aber nicht “entschlossen” am Finanzmarkt eingreifen könne, solange sie nicht die konkrete Zusicherung der Staaten habe, dass diese auch die Politik umsetzen, die sie angekündigt hätten.
Der Vertrag von Lissabon war mit einer heftig kritisierten Klausel verabschiedet worden, Art. 126 (14) via Protokoll 12, die Brüssel die Befugnis erteilt, wichtige Änderungen ohne weitere nationale Abstimmungen vorzunehmen. In einem vertraulichen Text von EU-Präsident Herman Van Rompuy heißt es:
“Dieser Vorgang benötigt keine Ratifizierung auf nationaler Ebene. Dieses Vorgehen könnte zu schnellen und signifikanten Änderungen führen.”
Standard and Poor’s hatte kurz vor dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag damit gedroht, die Kreditwürdigkeit von Deutschland und 14 weiteren Ländern der Euro-Zone herabzustufen. Die Ratingagentur warnte überdies, dass sie auch dem Euro-Rettungsfonds EFSF die Topnote AAA entziehen könnte.
S&P hob nun hervor, dass eine Herabstufung einer gut bewerteten Einheit nicht zwangsläufig zu höheren Zinsen führen müsse. Six sagte mit Blick auf den Euro-Rettungsfonds, eine Stufe weniger, also AA+ statt AAA, versperre nicht den Zugang zum Kapitalmarkt. Eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit hat in der Regel zur Folge, dass die Länder neue Schulden nur zu höheren Zinsen aufnehmen können.
(AFP) cp/mt
Prisonplanet












Alex, es muss Standart The Poors heissen(kleines Wortspiel, versteht ihr das?)
S&P hat sehr wohl klar formulierte Empfehlungen für die Euro-Zone ausgesprochen, Empfehlungen, deren Nichteinhaltung das Rating des Rettungsschirms und einiger Kernländer gefährden könnten. Insofern sind das keine unverbindlichen Empfehlungen. Kann man in der FTDonline nachlesen. S&P ist wie andere Ratingagenturen auch den Interessen von Investoren verpflichtet. Banken geben diesen Renditeversprechen für die Zukunft ab. Sie sollen erfüllt werden und sie sind angesichts der globalen Möglichkeiten anspruchsvoll. Der Artikel hier ist nichtssagend. Wenn ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone geeignet sein sollte, jene Versorechen, die oft auch vertraglich geregelt worden sind, als erfüllbar zu beurteilen, kann das nur recht sein. Vorläufig will man sich auf Euro-Bonds und die EZB als Gelddruckerei verlassen. In den USA klappt dieses System aus gemeinsamen Anleihen und der Stützung des Geldes durch Geld bisher für die 1 – 10% oben im Großen und Ganzen ja. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass nicht Länder aus dem EU-Verband ausgeschlossen oder nur mehr lose assoziiert werden könnten. Egal, was da wer meint von der Meinung S&P’.